vom 12.07.2010
Autor: Nino Löffler
Wenn man Passanten befragt, an was dir zuerst denken, wenn sie den Verein FC Bayern München hören, bekommt man sicherlich die Namen Franz Beckenbauer und Gerd Müller aus den glorreichen 70-er Jahren genannt. Oder aus jüngerer Vergangenheit den Torwart-Titan Oliver Kahn sowie den Mittelfeldregisseur Stefan Effenberg. Jüngere Zeitzeugen werden bestimmt an Franck Ribery und Arjen Robben denken.
Zu Beginn der Saison 2010/2011 will das Pro-A-Team (d.h. die zweithöchste deutsche Spielklasse) des FC Bayern München ihre persönliche Mission Aufstieg starten, um endlich aus dem Schatten der Fußballer zu treten. Dazu hat man sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und die jüngsten Verpflichtungen machen sehr deutlich, dass man es ernst meint, eine echte Hausnummer im deutschen Basketball zu werden.
Auch die Tatsache, dass Dirk Bauermann nach zwei Jahren Pause wieder ein Vereinsteam übernimmt, das dazu nur in der zweiten Liga spielt, zeigt, dass die Sportstadt München es sich zum Ziel gemacht hat, in einer zweiten Sportart ein Spitzenteam zu etablieren. Bauermann selbst hat ehrgeizige Ziele, so sagt er über sein Projekt:
"Ich habe einen Ein-Jahres-Vertrag, aber ich werde erst gehen, wenn der Traum erfüllt ist, dass München mit dem FC Bayern eine Basketball-Hochburg ist".
Träume von Meisterfeiern auf dem so berühmten Rathausbalkon in der Münchner Innenstadt sollen realisiert werden, auch wenn es bis dato noch ein langer Weg ist. Um das primäre Ziel Aufstieg zu verwirklichen, hat man in den vergangenen Wochen neben der Verpflichtung Bauermanns auch einige namhafte, etablierte Bundesligaspieler unter Vertrag nehmen können, die zum Teil auch mit für das Geschäft recht ungewöhnlichen Dreijahresverträgen ausgestattet wurden ( siehe Nadjfeji von den WT Tübingen). Aber auch der beste Kumpel Dirk Nowitzkis Demond Greene oder Guard Beckham Wyrick (ehemals Bamberg) sehen in München eine Perspektive dem deutschen Basketball ein neues Gesicht zu geben. Zudem sollen in den nächsten Tagen noch einige Spieler kommen, um den Kader aufstiegsreif zu machen.
Der, der es am besten wissen müsste, nämlich Dirk Bauermann spricht von einer historischen Chance für den Basketball. Auch ich denke, dass der FC Bayern München eine große Möglichkeit ist dem Basketball hierzulande wieder etwas mehr Auftrieb zu geben. Die BBL hat mit so vielen Problemen zu kämpfen, dass positive Schlagzeilen über ein neues, erfolgreiches Team sicherlich gut tun. Auch die Tatsache, dass in größeren Hallen die Attraktivität unseres Sports steigt, hilft die Marke Basketball weiter zu verbessern. Auch neue Sponsoren, die der kompletten Liga helfen, werden angezogen, die TV-Präsenz wird steigen, da man neben ALBA Berlin und ein zweites Team hat, das in der Bevölkerung einen Namen mit Wiedererkennungswert hat. Zudem steigt mit jedem populären Team, das zudem die nötigen finanziellen Mittel hat, die Chance, dass Dirk Nowitzki zum Abschluss seiner Karriere doch noch nach Deutschland wechselt und die Fans begeistert.
Nach dem Vorbild von Real Madrid, die den Spagat zwischen zweiten Sportarten geschafft haben, will das Hoffenheim des deutschen Basketballs nun also mit einer breiten Unterstützung der Fans ein zweites Standbein aufbauen. Auch Uli Hoeneß, Präsident der Fußball-Abteilung, ist begeistert von diesen Plänen und steht absolut dahinter. „Ich liebe Basketball“, hat er vor einiger Zeit einmal erklärt und auch mit Hilfe seiner Unterstützung kann man wohl stark davon ausgehen, dass er dieser Liebe in der Saison 2011/2012 in der BEKO BBL nachgehen kann.
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