Member Login
E-Mail:

Passwort:

 Eingeloggt bleiben?
Passwort vergessen?
Noch kein Mitglied? Hier!
Ergebnisse
NBA Stuff
Decision 2010
vom 11.07.2010
Autor: Mark Antoine M.
Bewertung (6 mal)

Where to start?

Es waren einige heiße Tage, in denen man voller Spannung, inwieweit sich die NBA Landschaft verändern würde, ungeachtet der Tatsache, dass ja eigentlich Offseason ist, vor dem PC hockte und gespannt die Pressemitteilungen las.

Und wir wurden nicht enttäuscht! Wie heißt es so schön:

Life writes the better stories.

Aber das LeBron James und Chris Bosh beide zu den Miami Heat wechseln würden, wow, das hätte ich nicht gedacht. Viele haben von so einem Szenario vielleicht geträumt, es sich vielleicht in Gedanken ausgemalt, aber wer hat ernsthaft damit gerechnet? Dass tatsächlich ein Überteam entsteht? Dass drei Stars Millionen von Dollar liegen lassen, um erstmalig drei Superstars in ihrer Prime Time, wenn nicht sogar Pre Prime Time in einem Team zu vereinen?

Wir reden selbstverständlich von der Free Agency Era, genauso wie wir von der Shot Clock Era reden. Natürlich hatten die Celtics und Lakers der Sechziger massenhaft Stars in ihren Reihen, aber damals war ein Wechsel noch nicht so einfach. Nur per Trade konnte man das Team wechseln, und Millionen von Dollar verdiente man damals auch noch nicht. Es gab weniger media outlets, kein Internet und weniger Teams. Und auch keinen Vertragspoker.

Thema Vertragspoker: No 6 formerly known as No 23 hat die Medien perfekt kontrolliert und die Diskussionen und Ratespiele angeheizt. Einige wenige Tage kamen mir geradezu vor wie Wochen. Die ständige Spekulation. Wenige Stunden vor seinem nationally televised Interview folgte James dem angeblichen Rat von Chris Paul und meldete sich scheinbar widerwillig bei Twitter an, um Fragen von Fans als Teil seines Medienspektakel zu beantworten, und um anschließend der Öffentlichkeit seine ganz individuelle Sicht der Dinge mitzuteilen (und wohl auch um sich zu rechtfertigen). Cleverer Schachzug.

What to say?

Ich hätte höchstens den New York Knicks zugetraut, den ganzen großen Coup durchzuziehen und zwei max level Free Agents an Land zu ziehen. Nun hat doch Miami das Rennen um den Jackpot gemacht, und NYC gab sich mit Amare Stoudemire zufrieden, so wie Chicago sich mit Carlos Boozer begnügte.

Wie sich diese Zeilen schon lesen. Vor wenigen Jahren wären Boozer und Stoudemire absolute Goldstücke gewesen und dicke Free Agent Fische. Nicht aber 2010.

Wieso entschieden sich die drei Topstars eigentlich für die Miami Heat? Die Antwort auf diese Frage fällt relativ leicht, im Gegensatz zur Prognose des Szenarios wie wir es seit gestern kennen.

Zunächst einmal gab es massiv Druck von Seiten Wades, der stark mit einem Wechsel liebäugelte und nach Ablauf der Saison direkt verkündete, dass er vorhabe, mit den anderen Free Agents zu sprechen, bevor er eine Entscheidung fällen würde. Mittlerweile räumt er ein, dass er selbst woanders unterschrieben hätte (wahrscheinlich Chicago), hätte Miami nicht entweder Bosh oder James geholt.

Miami stand also unter massivem Rekrutierungsdruck. Chris Bosh galt von Anfang an als derjenige Free Agent, dem ein Wechsel am leichtesten fallen würde. Er spielte nämlich in Kanada (...) und.. tja.. er spielte eben in Kanada. Er wollte von anderen Teams nicht weniger hofiert werden als seine Draftmates und eigentlich das centerpiece eines Teams werden. Das hätte er z.B. in New Jersey haben können. Sein Ziel, MVP zu werden und im Mittelpunkt zu stehen, scheint keine allzu große Relevanz mehr in seinem Leben zu spielen...

Als Bosh dann formell Miami seine Zusage erteilte, fiel es James wohl nicht mehr allzu schwer, den beiden zu joinen.

And by the way, I officially declare Dan Gilbert a sucker.

Chris Paul sagt folgendes dazu:

"So when a #freeagent leaves he's a traitor but when a team cuts your ass its part of the business?"

And that´s the whole point. Die ganze Diskussion um Loyalität und der Verpflichtung des King of Akrons gegenüber seiner Gemeinde und dergleichen mag ja berechtigt sein. Aber der Wechsel war absehbar und mehr als gerechtfertigt. Die drei Jungs haben im Team USA zusammengespielt, mögen sich, sind allesamt Teamspieler und nicht auf individuelle Stats fixiert oder müssen zwangsweise "the man" sein. Und wer Florida kennt weiß wie wunderschön der Sunshine State ist und dass viele Spieler gerne in Orlando oder Miami spielen wollen. Cleveland, Akron, Ohio? Home sweet Home, gut, aber mehr Anreiz zu bleiben gab es für Mr James im Prinzip nicht. Fertig aus ende.

Im Prinzip haben sowohl Dwyane als auch LeBron die "Decision 2010" bei ihrer Vertragsverlängerung 2007 gefällt. Während Carmelo Anthony einen maximum-length contract unterzeichnete, verlängerten beide nur bis 2010. Eine klare Message damals, eine klare Message heute! Den Teams wurde damit dieser Zeitrahmen gesetzt eine Meisterschaft zu gewinnen. Und sie haben dieses Ziel verfehlt. Und die Früchte dafür geerntet, denn es lag gewiss weder an Dwyane Wade noch an LeBron James dass in den letzten Jahren die Celtics und die Lakers die Meisterschaft unter sich ausmachten.

Im Prinzip war Kevin Garnett´s Trade zu den Celtics 2008 der kausale Faktor in diesem ganzen Wechselspiel, vielleicht aber auch schon der Trade von Allen Iverson nach Denver. Buyouts taten ihr Übriges. Die schlechte Konjunktur veranlasste Memphis dann dazu, Pau Gasol ohne erkennbare Verbesserungsabsicht nach Los Angeles zu traden. Seither scheint der Wechsel eines Franchise Players keine allzu große Sache mehr zu sein.

Nehmt noch den drohenden Lockout nach der Saison mit in die Gleichung, der Spieler zu langfristigen Verträgen treibt, die von dem neuen Tarifvertrag teilweise verschont bleiben werden oder auch nicht, ganz sicher aber eine gewisse Sicherheit verschaffen. Der ganze Wechselzirkus erscheint so betrachtet in einem ganz neuen Licht, nicht wahr?

Last but not least bleibt aber zu sagen: It´s only about winning. Los Angeles und Orlando werden in den nächsten Jahren die "teams to beat" sein. Diese Teams sind mittlerweile auf sämtlichen Positionen so stark besetzt, dass der Weg im Westen bzw. Osten nur über sie führt. Und keine LeBron one-and-a-half-men show hätte daran etwas ändern können. Von Dwyane´s three-quarters-of-a-man show (injuries) ganz zu schweigen.

LeBron ist kein Feigling, Verräter oder Egomane/-zentriker/-ist.

Er hat gewaltigen Mut bewiesen, seinem Primärziel alles andere unterzuordnen. Loyalität wird indes überschätzt. Sie ist wichtig, und oftmals mehr wert als das meiste andere, aber loyale Menschen stehen sich und ihren Zielen auch oft im Weg.

Was sagt der King höchstpersönlich dazu?

"If u live your Life on other people watch, u will always miss the moment that's put right in front of u!"

Gez Mark Antoine

Kommentare (0)

Derzeit existieren keine Kommentare.
zurück - 1 -  weiter

Archiv

CROSSOVER